Informationsverarbeitung
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Einleitung
Bei der Darstellung von Information z.B. in einem Vortrag oder einer Vorlesung, aber auch bei schriftlichen Darstellungen, verhält sich der Empfänger der Informationen (Zuhörer oder Leser) in der Regel passiv. Um die Informationen jedoch dauerhaft im Gedächtnis zu speichern, sollte möglichst eine aktive Verarbeitung der dargestellten Inhalte erfolgen. Hierauf wird sehr häufig verzichtet, da der Stoff zunächst insgesamt "verständlich"; "nachvollziehbar" oder "ganz plausibel" erscheint. Durch dieses Verhalten erhöht sich jedoch die Gefahr, daß die gefragten Informationen bei Bedarf nicht zur Verfügung stehen. Durch die Anwendung entsprechender Strategien zur aktiven Verarbeitung der Informationen kann die Wahrscheinlichkeit des Verstehens und langfristigen Behaltens enorm gesteigert werden. Eine tiefe Verarbeitung ist eine gute Voraussetzung für langfristiges Behalten!
Im folgenden werden einige Strategien zur aktiven Verarbeitung von Informationen knapp dargestellt.
Markieren von Textabschnitten
Diese Form der Verarbeitung kann in der Regel nur bei schriftlich vorliegenden Darstellungen angewendet werden. Im Text werden Aussagen zum Beispiel durch Unterstreichen oder farbliche Markierung mit einem Textmarker deutlich hervorgehoben. Zur Identifizierung der zu markierenden Stellen muss aktiv nach bedeutsamen Aussagen im Text gesucht werden. Es ist eine bewußte Unterscheidung zwischen bedeutsamen und unwichtigen Aussagen zu treffen. Das bedeutet auch, daß Du schon ein wenig mit dem entsprechenden Themengebiet vertraut sein musst, um die dargestellten Informationen entsprechend ihrer Bedeutsamkeit richtig einordnen zu können. Um die Übersicht nicht zu verlieren sollten die Markierungen möglichst sparsam vorgenommen werden (z.B. höchstens ein Satz je Absatz).
Insgesamt ist das Markieren von Textteilen nur eine sehr oberflächliche Methode, die mit einer der anderen Methoden kombiniert werden sollte.
Notizen anfertigen
Schriftliche Notizen werden angefertigt, um Inhalte festzuhalten, um das Dargestellte besser zu verstehen und um die Aufmerksamkeit zu behalten. Die Notizen sollten nur die wesentlichen Gedanken widerspiegeln. Zudem solltest Du für diese Gedanken geeignete "Abrufreize" festlegen. Die Abrufreize können als eine Art Adresse oder Referenz betrachtet werden, die es Dir später leichter macht, Dich an die betreffende Information zu erinnern.
Hierzu kann es hilfreich sein, bei der Erstellung der Notizen einen ausreichend breiten Rand frei zu lassen. Er kann für spätere Zusatznotizen (z.B. in einer anderen Farbe) und die Zuordnung der oben erwähnten Abrufreize genutzt werden.
Auch der Vortragende kann die Qualität der Notizen seiner Zuhörer erheblich verbessern, wenn er ihnen ausreichend Zeit zum Mitschreiben gibt, seinen Ausführungen eine übersichtliche Gliederung voranstellt, komplexe Zusammenhänge wiederholt, geeignete Abrufreize benennt und wichtige Schlüsselbegriffe anschreibt.
Das Erstellen von Notizen setzt eine gewisse Verarbeitung des dargestellten Stoffs voraus. In der Regel ist jedoch eine wesentlich tiefere Verarbeitung erforderlich, die durch eine intensive Beschäftigung mit den angefertigten Notizen erreicht werden kann. Diese Beschäftigung kann auch die Anwendung eine der folgenden Strategien sein, nämlich das Anfertigen einer eigenen Zusammenfassung oder Skizzierung der Informationen.
Zusammenfassen
In Zusammenfassungen werden die wichtigsten Gedanken der Darstellung mit eigenen Worten dargelegt. Dieses setzt eine intensive Beschäftigung mit dem Stoff voraus und der Inhalt muß verstanden worden sein. Es ist eine Unterscheidung zwischen bedeutsamen und unwichtigen Aussagen zu treffen, Einzelgedanken müssen zu allgemeineren Aussagen verdichtet werden und die Beziehungen zwischen den Einzelgedanken müssen gesucht und gefunden werden.
Oft besteht jedoch die Gefahr, daß der Text für die Zusammenfassung Satz für Satz lediglich umformuliert wird. Dieses Vorgehen läßt sich dadurch vermeiden, daß größere Einheiten zusammengefaßt werden sollen (z.B. ein Satz je Absatz). Hilfreich kann es auch sein, sich explizit das Ziel zu setzen, andere kurz und knapp über den Inhalt informieren zu wollen.
Hinterfragen
Bei dieser Form der aktiven Verarbeitung des Stoffes, stellt man sich Fragen zum dargestellten Thema und sucht bzw. gibt die jeweiligen Antworten. Geeignete Fragen könnten zum Beispiel sein:
Wichtig ist, sich kritisch mit dem Stoff auseinander zu setzen. Formuliere daher Deine ganz persönlichen Fragen. So entwickelst Du Interesse an dem Inhalt und wirst ihn wesentlich besser verstehen und behalten.
Beziehungen skizzieren
Es wird eine grafische
Zusammenfassung des Stoffes erstellt. Wichtige und
wesentliche Begriffe werden praktisch als Elemente oder
Orte auf dem Papier angeordnet und die Beziehungen
zwischen diesen Begriffen werden durch Verbindungslinien
eingezeichnet. Voraussetzung für die Erstellung solcher
Karten (Englisch: Maps) ist zunächst die Identifikation
der jeweiligen Schlüsselbegriffe. Diese Art der
Verarbeitung wird z.B. durch das
Mind Mapping
unterstützt.
Der Vergleich und die Analyse unterschiedlicher Skizzen zu demselben Thema regen zu einer weiteren Verarbeitung des zugrundeliegenden Textes an.
Links u. Literatur
Literatur:
Mietzel: Pädagogische Psychologie des Lernens und Lehrens
Links:
Das Lernen lernen.
Eine umfaßende Erläuterung unterschiedlichster Lerntechniken von Wolfgang Pohl. Es werden die zugrunde liegenden Theorien besprochen und gute Hinweise für die praktische Umsetzung gegeben.
Markus Zmija
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im Web: www.markus-zmija.de
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Version:29.07.2001