Präsentationen wirkungsvoll gestalten
Ziele definieren
Für eine wirkungsvolle Präsentation solltest Du Deine Ziele ganz klar vor Augen haben. Entwickle daher aus den Antworten auf die folgenden W-Fragen ein strategisches Konzept für Deinen Vortrag.
Die Antworten auf diese
Fragen entscheiden, wie Du Deinen Vortrag gestaltest.
Warum trägst Du vor und was möchtest Du erreichen?
Welchen Inhalt möchtest Du mit Deinem Vortrag vermitteln? Willst Du nur informieren, oder auch etwas bewegen? Du solltest dies bei der Strukturierung Deiner Präsentation berücksichtigen.
Wem präsentierst Du Deinen Vortrag?
Je nachdem, vor wem Du
präsentierst, wirst Du Deinen Vortrag unterschiedlich
gestalten. Zum Beispiel bestimmen die Vorkenntnisse Deiner
Zuhörer, wieviele Fachbegriffe Du verwenden kannst und
ob Du auf allgemein Bekanntes ohne ausführliche Erklärungen
verweisen kannst. Sicherlich wirst Du auch vor
bekannten Kollegen eine ganz andere Tonart wählen als
vor bisher unbekannten Kunden.
Hole vorab möglichst detaillierte Informationen über
die Teilnehmer ein. Erkundige Dich über deren
Vorwissen und ihre Motivation zur Teilnahme.
Hilfreich kann es sein, wenn Du Dich vor der Präsentation
einmal in Deine Zuhörer hinein versetzt. Dabei sollte
Dir noch einmal klar werden, warum die Zuhörer gerade
zu Deinem Vortrag kommen. Welches wirkliche Interesse
haben sie an der Teilnahme? Mit der Beantwortung dieser
Fragen kannst Du Ansätze finden, wie Du das Publikum
begeistern und überzeugen kannst.
Wie trägst Du vor?
Für die Gliederung gilt
die alt bekannte Regel: Einleitung, Hauptteil, Schluß.
Was ist der Kern? Welche Elemente Deines Vortrags gehören
zusammen? Um die Gliederung vorzubreiten, bietet sich
hervorragend die Erstellung einer
Mind-Map
an.
Lege bei Deiner Vorbereitung fest, was die
Kerninformationen Deines Vortrags sind. Diese wirst Du
auf jeden Fall vortragen. Darüberhinaus solltest Du Dir
auch Ausweich- und Vertiefungsthemen zurechtlegen.
Um das Interesse des Publikums an Deiner Rede zu erhöhen
und das Verständnis zu erleichtern, solltest Du ganz
bewußt auch Bezüge zum Erfahrungsbereich der Zuhörer
herstellen. Die Gliederung sollte aus 4 bis 7
Unterpunkten bestehen.
Versuche, das Allerwichtigste auch in 30 Sekunden
oder in 3 bis 5 Sätzen sagen zu können. Diesen
Schwerpunkt kannst Du wie einen Brennpunkt
positionieren, indem
Du das Wesentliche mehrmals von
verschiedenden Zugängen her>
wiederholst.
| Einstieg | Mein Anliegen Ihr Nutzen |
Ich sage, was ich sagen will. |
| Kernstück | Kernaussage 1 Kernaussage 1 Kernaussage 1 ... Kernaussage n Aktionsvorschlag |
Ich sage, was ich zu sagen habe. |
| Schluß | Verstärkung | Ich sage, was ich gesagt habe. |
Nenne Deine Präsentationsziele zu Beginn der Rede.
Du erleichterst den Zuhörern das Strukturieren,
lenkst den Blick auf das Wesentliche und förderst die
Aufmerksamkeit. So wie der Anfang bleibt das Ende einer
Präsentation besonders in Erinnerung. Das stärkste
Argument ist daher zum Schluß noch einmal zu wiederholen,
damit es ganz sicher behalten wird. - Oder beantworte zum Schluß
die Ausgangsfrage und nenne die notwendigen nächsten
Schritte.
Fordere Deine Zuhörer zu einer anschließenden
Diskussion auf, so können Mißverständnisse schnell
ausgeräumt und Einwände widerlegt werden.
Durch den Einsatz
visueller Medien kannst Du Inhalte veranschaulichen,
Zusammenhänge deutlich machen und erlebnishafte Bezüge
herstellen. Als Anschauungsmittel kommen z.B. Skizzen,
Grafiken, Bilder, Filme, Modelle etc. in Frage. Mit ihrer
Hilfe kannst Du das Thema für jeden 'ersichtlich'
strukturieren sowie Schwerpunkte und Zusammenhänge
hervorheben. Dadurch gewinnt Dein Vortrag an Überzeugungskraft.
Gleichzeitig förderst Du durch den Einsatz zusätzlicher
Medien das Behalten, weil Du das Gedächtnis über
mehrere Sinne ansprichst. Du musst entscheiden,
welche Hilfsmittel Du für Deinen Vortrag einsetzen
möchtest? Die Auswahl ist wirklich groß und reicht vom
Flip-Chart über Overhead-Projektor bis hin zur High-Tech-Multimedia-Show.
Trotz des immer beliebter werdenden Trends zum Einsatz
technischer Hilfsmittel sollte Dir immer bewußt sein,
dass sich nicht jedes Medium für jede Thematik eignet.
Denn nicht jedes Gerät lässt sich an jedem Ort
einsetzen. Und: alle technischen Raffinessen können die
Persönlichkeit des Redners nicht ersetzen.
Denke auch an Murphy's Gesetz: Wenn etwas schief gehen
kann, dann geht es auch schief. Bereite Dich deshalb
gut vor, um technische Pannen routiniert zu überbrücken.
Was machst Du, wenn der Computer/Overhead-Projekt
ausfällt? Sind alle Kabel vorhanden? Sind die Versionen
der Präsentationssoftware kompatibel? Ist ein Online-Zugriff
möglich? Informiere Dich auf jeden Fall detailliert
über den Vortragsraum, seine Ausstattung und dessen Möglichkeiten.
Wenn Du visuelle Hilfsmittel verwendest, denke daran: Ein Bild sagt mehr als tausend Worte. Statt abstrakter Begriffe und Zahlen solltest Du möglichst oft Bilder oder Diagramme verwenden. Auf diese Weise kannst Du beide Gehirnhälften ansprechen. Die linear-logisch arbeitende linke Hälfte durch ihren Vortrag und die bildhaft arbeitende rechte Hälfte durch das visuelle Material. Behalte im Hinterkopf, dass wir gut 80% der Information mit den Augen, 15 % mit dem Ohr und 5 % mit anderen Sinnesorganen aufnehmen. Die Verwendung von Bildern zwingt Dich zudem, sich nur auf das Wesentliche zu beschränken.
Wenn Du vorträgst,
sprich verständlich. Vermeide komplizierte
und englische Begriffe. Statt dessen lassen sich in der
Regel auch einfache und deutsche Worte verwenden. Mache
kurze Sätze, denn sie können von den Zuhörern
leichter aufgenommen werden als verschachtelte Mammut-Sätze.
Positive Formulierungen sind zielorientiert, negative
hingegen auf Defizite ausgerichtet. Aktive Formulierungen
sind kräftiger als Passivformen. Verwende möglichst
häufig Verben anstatt Substantive, das wirkt lebendiger
und energievoller. Im Zweifelsfall wähle lieber die
einfache Formulierung (z.B. statt 'motivieren' kannst Du auch
'begeistern' oder 'fördern' sagen). Das gelegentliche
Verwenden von Synonymen fördert die Anschauung und das
Verständnis.
Wenn immer möglich, solltest Du in Bildern sprechen.
Bilder regen die Phantasie der Zuhörer an und sorgen dafür,
dass der Inhalt leichter aufgenommen wird.
Du kannst auch anschaulich sprechen, indem Du Bekanntes
mit Unbekanntem vergleicht, praktische Beispiele bringst,
zitierst, einen kleinen Spaß machst, Scheindialoge führst
oder rhetorische Fragen stellst.
Rede frei und meide ausformulierte Sätze. Das schafft den Kontakt zum Publikum. Wer nur von einem Blatt abliest, schläfert ein. Wenn Du nur abliest, warum trägst Du überhaupt vor? Du könntest das Papier auch verteilen, das spart Dir und den anderen Zeit. Du solltest Dir daher nur Stichworte notieren, um den roten Faden nicht zu verlieren. Um die Wichtigkeit oder die Zugehörigkeit zu einem bestimmten Zusammenhang zu signalisieren, kannst Du unterschiedliche Farben für die Schrift oder für die Stichwort-Karte verwenden.
Die Aufmerksamkeit der Zuhörer sinkt spätestens nach 10 Minuten. Daher liegt es an Dir, ihre Aufmerksamkeit immer wieder nach oben zu ziehen. Baue Höhepunkte und Außergewöhnliches bewußt in Deinen Vortrag ein. Zudem solltest Du Deine Stimme variieren, indem Du mal leise und mal LAUT sprichst.
Halte Blickkontakt
zum Publikum, aber nicht nur zu einem Zuhörer.
Zwei Drittel unserer Wirkung erzielen wir auf der
Beziehungsebene. Du sendest eine ungeheure Menge non-verbaler
Signale aus, die Deine persönliche Wirkung auf die Zuhörer
beeinflussen. Daher solltest Du keine Zweifel aufkommen
lassen,dass Du einen interessanten Vortrag präsentierst.
Und, vergiss nicht: der erste Eindruck ist der prägende Ein-Druck.
Wie lange dauert Deine Präsentation?
Setze Dir ein
Zeitlimit für die Präsentation. Allgemein gilt:
Kurzvorträge von 5 bis 15 Minuten sind am effektivsten.
Die Aufmerksamkeits- und Behaltensleistung ist dabei am höchsten.
Versuche, Deinen Inhalt so knapp wie möglich zu
fassen. Überlege einmal selbst, wieviel bei
den Zuhörern nach einer einstündigen Präsentation hängen
bleibt. Baue Wiederholungen des Gesagten ein, auf
diese Weise erhöhst Du die Wahrscheinlichkeit, dass es bei
den Zuhörern hängen bleibt. Wenn Du ganz radikal
vorgehen möchtest: Reduziere Deinen Vortrag auf nur 5
Minuten. Glaube, es ist möglich, wenn Du Dich auf
das Wesentliche konzentrierst. Lasse anschließend
das Publikum entscheiden, ob und welche Information
noch benötigt wird.
Während des Vortrags gilt es, Hetze ebenso zu vermeiden
wie Langeweile. Zuviel Inhalt schadet genauso wie zu
wenig.
Zwei Kurzvorträge unterbrochen durch eine Pause oder
eine Diskussion sind besser als ein langer Vortrag.
Literatur
Sicher präsentieren, wirksamer vortragen, ein echtes
Profibuch
Sich selbst präsentieren. Mit Mind Mapping und Alexander Technik. Von Michael Gelb
Präsentationen mit elektronischen Medien
Notebook- und PC-Präsentationen. Power- Tips für Sie und Ihren Auftritt.
Nicht auf den Mund gefallen. So werden Sie schlagfertig und erfolgreicher
Markus Zmija
Kontakt: mz@zmija.de
Fax/Voice: +49 (0)721 - 151 392 293
im Web: www.markus-zmija.de
http://www.zmija.de/praesentieren.htm
2001 ZMIJA.DE Impressum
Version:29.07.2001